Merkmale des Arbeitsunterrichtes

Das Merkmal der Charakterbildung.

Um einen wertvollen Charakter zu erziehen, müssen nach Kerschensteiner vier voneinander abhängige Seelenkräfte vorhanden sein: Willensstärke, Urteilsklarheit, Feinfühligkeit und Aufwühlbarkeit.

Damit das erste der Charaktermerkmale ausgebildet werden kann, muss der Wille in Handlungen gefordert werden und sich frei bewegen können. Das klare Urteil bekommt der Schüler durch eigene Erfahrungen und die Feinfühligkeit erlangt er durch das Durchleben verschiedener Verhältnisse.

Für die Arbeitsschule ist dies ein ganz wichtiges Merkmal, ohne das sie nicht existieren würde.

Ein weiteres Merkmal ist der Arbeitsunterricht selbst!! Kerschensteiner ist der Meinung, dass der Arbeitsunterricht sowohl als Prinzip als auch als Fach angesehen werden sollte und in der Arbeitsschule nicht fehlen darf. Er kann öffentliche Schulen nicht verstehen, die dieses Prinzip auf jedes Fach anwenden und sogar den kategorischen Imperativ durch manuelle Arbeit, wie zum Beispiel das Zeichnen eines Holzschnittes von Kant erarbeiten wollen. Er sagt, dass sie den Geist des Arbeitsprinzips nicht erkannt haben. Denn einige Fächer wie Geschichte, Religion und Sprache können nur durch geistige Arbeit durchschaut werden. Außerdem würden sie das Fach Arbeitsunterricht komplett ablehnen und somit eine gute Voraussetzung für die Charakterbildung ignorieren. Das das Arbeitsprinzip nur als geistige Arbeit anzusehen wäre ein weiterer Fehler, so Kerschensteiner.

Kerschensteiner sagt, "Erst wenn manuelle Tätigkeit als systematisches Werkzeug der Willensbildung und Urteilschärfung gehandhabt wird, und selbstverständlich wenn sie nur dort gehandhabt wird, wo dies der Natur der Sache nach notwendig erscheint, erst dann liefert sie ein neues Bildungselement, das unserer Schule bisher fremd war".

Es muss darauf geachtet werden, dass der Schüler zu jedem Zeitpunkt seine Gefühle und Empfindungen äußert.



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